Samstag, 3. Dezember 2016

Café & Konditorei Niessen | Aachen 1891 bis 1995 | 3. Teil

Nachdem ich im ersten Teil

Café & Konditorei Niessen | Aachen 1891 bis 1995 | 1. Teil

die Gründerzeit der Conditorei und des Café Niessen in der Aachener Pontstraße beschrieben habe, wurde im zweiten Teil


Café & Konditorei Niessen | Aachen 1891 bis 1995 | 2. Teil

die Zeit um das Jahr 1921 beschrieben.
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Im September und Oktober 1944 rückten die alliierten Soldaten von Belgien her kommend gegen die in Aachen kämpfenden Wehrmachtstruppen in die arg zerstörte Stadt ein.

Nachdem am 21. Oktober 1944 um 12:05 Uhr der Stadtkommandant Oberst Wilck die bedingungslose Kapitulation akzeptiert hatte, sah es in der Pontstraße gegenüber dem Café Nießen so aus.

Zu sehen ist die durch Bombenangriffe bereits im Jahr 1943 in Trümmern liegende Theresienkirche, die in den 50´iger Jahren wieder aufgebaut wurde und in den 70´iger Jahren eine Innen-Rekonstruktion erhielt.

Ein verschwommener Radfahrer ist zu sehen und ein alter Handwerkskarren.

Im Hintergrund ist links die Rückfront der früheren Mädchenmittelschule II zu erkennen (heute Philosophisches Institut der RWTH).


Die Theresienkirche ist heute eine der schönsten Kirchen in der Stadt und wird mittlerweile von der rumänisch-orthodoxen Gemeinde „Heilige Dreifaltigkeit“ für das Zelebrieren der heiligen Messe genutzt.

 Nach den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation freigegeben vom Photographen Euku
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Die Fassade des Hauses Pontstraße 70 mit dem Eingangsbereich des Café Niessen sah im Oktober 1944 so aus:

 
Während der letzten Kriegsjahre kam es zu einer Zusammenarbeit der Konditorenmeister Mathias Nießen und Jakob Moss. Dies hatte verschiedenen Gründe, die damals vertraglich vereinbart worden waren.


 
Die Schäden am Gebäude und im Inneren des Cafés durch Bombardierungen und Kampfhandlungen während des II. Weltkriegs waren immens und wurden in den 50´iger Jahren detailliert aufgelistet.

Hier die Kriegsschäden-Anmeldung vom 26. März 1954


 Schäden am Betriebsvermögen entstanden durch Bomben am 11. April 1944
 




Papier war wohl knapp in den Jahren

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1949 bestand der im Juni 1927 geborene Julius Niessen seine Gesellenprüfung für das Konditoren-Handwerk. 

Julius Niessen ist der kleine Junge auf dem Schoß seines Vaters, dem Konditormeister Mathias Niessen. Rechts daneben seine Mutter Maria auf einer Aufnahme aus dem Jahr 1930. Ich hatte bereits im 2. Teil dieser Serie über ihn geschrieben.


Julius Niessen wurde der spätere Ehemann von Frau E. Niessen, die mir all die Geschichten erzählt und das Bildmaterial zur Verfügung gestellt hat. Wieder einmal meinen besten Dank dafür.
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Etwa um 1946 waren die gröbsten Schäden des Krieges beseitigt


 Es gab im Schaufenster ein adrettes Angebot an Waren.


Was auf dem Aushang "Extrablatt" drauf steht, kann ich leider nicht entziffern.

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Die Tischkarte des Café Niessen aus den Fünfziger Jahren.





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Aus der Zeit 1954/1955 stammen die folgenden Photographien.

Schaufensterfront und Eingangsbereich zum Café


Ein Mann läuft die Straße entlang und zwei Kinder stehen vor der Haustür


 In der Scheibe spiegelt sich das Bild des Photographen


 Keine Ahnung, wer genau die Personen sind
 

Ein Auto ist in der Spiegelung zu erkennen. Ist das ein Opel?


Und noch einmal die beiden Kinder sowie mehrere Frauen, die die Straße entlang gehen oder sich die Auslagen des Cafés im Schaufenster ansehen.


Details mit VW-Käfer ...


Ohne die Kinder aber mit dem VW-Käfer sowie einem anderen PKW


Detail


Was ist das für ein Auto im Jahre 1954 oder 1955? Sicher ist, - es gab lecker Eis bei Niessens.


Im rechten Nachbarhaus befand sich zu jener Zeit Mitte der Fünfziger Jahre das Ladengeschäft von Wein Bouth & Spirituosen. 

Später - in den Siebziger bis etwa in den Neunzigern - hatte hier die legendäre Augustinus Buchhandlung ihre Verkaufsräume.


Was in dem linken Nachbarhaus war, weiß ich nicht mit Sicherheit.



Möglicherweise das Textilgeschäft Jansen. Diese Bild hinter dem Link wurde vom Studentenwerk der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) Aachen auf deren Homepage veröffentlicht. 

Der VW-Käfer kommt mir allerdings bekannt vor ... Auch der Opel-Rekord P1 (mit der Seiten-Leiste) taucht im nächsten Teil dieser Serie (1957) vermutlich nochmal auf.

Heute befindet sich dort der Bereich der KHG und des Restaurants Magellan.

Zur Osterzeit im Jahre 1954 war das Schaufenster üppig dekoriert


Die Frau Maria Niessen (Ehefrau von Mathias und Mutter von Julius Niessen) steht hinter dem großzügig bestücktem Verkaufstresen neben einem Regal mit Tassen und Kaffeekannen.


Ein weiteres Regal ist voller Conditorei-Gebäck und Getränkeflaschen.

Detail

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Inzwischen hat sich auch die Schreibweise Niessen mit Doppel-ss durchgesetzt.
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Einen schönen 2. Advent wünsche ich meiner geneigten Leserschaft und wem was einfällt zu diesem Thema, der möge gerne meine Kommentar-Leiste nutzen.

Danke und bis die Tage

Mittwoch, 16. November 2016

Café & Konditorei Niessen | Aachen 1891 bis 1995 | 2. Teil

Nachdem ich im ersten Teil

Café & Konditorei Niessen | Aachen 1891 bis 1995 | 1. Teil 


die Gründerzeit der Conditorei und des Café Niessen in der Aachener Pontstraße beschrieben habe, wende ich mich nun dem Jahr 1921 zu.

Im Oktober 1921 hat der im September 1893 geborene Mathias Nießen die Meisterprüfung als Konditor vor der Handwerkskammer Stuttgart bestanden und ist in die Fußstapfen seines Vaters Julius Niessen dem Älterem getreten.


Die Prüfung ward abgelegt worden am 28. Oktober 1921 in der Internationalen Lehranstalt für  Conditoren von Friedrich Hartmann in Stuttgart.


Es fällt auf, daß zu jener Zeit Frauen in diesem Berufsfeld anscheinend überhaupt nicht vertreten waren. Die Geschlechterrollen sind damals noch anders verteilt gewesen.

Auf dem folgenden Photo ist der Herr Mathias Nießen am Tag seiner Meisterprüfung, als zweiter von links mit seinen Kollegen an einem Tisch mit den Kreationen ihrer Handwerkskunst zu sehen.

 
Das sieht doch gut aus .... !

Es folgt eines meiner Lieblingsphotos aus dem Familienalbum der Frau E. Niessen aus der Pontstraße.

Es ist ungefähr das Jahr 1930.

Aufgenommen im damals üblichen schwarz/weiß, zeigt es den oben genannten Konditormeister Mathias Niessen an einem etwas kühleren Tag, mit seiner Frau Maria und ihrem Sohn Julius in einem Garten an einem Geländer stehend.

Der kleine Julius Niessen wurde im Juni 1927 geboren. Er ist auf dieser Aufnahme etwa drei Jahre alt und wird der spätere Ehemann von Frau E. Niessen werden.


Man trägt Mäntel oder hat sie zumindest in Griffweite und es werden Hüte getragen.

Besonders für dieses schöne Bild nochmal ein ganz großes Dankeschön an Frau Niessen.

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Im ersten Teil zu dieser Serie über das Café Niessen habe ich geschrieben:
In der Sammlung von Jorg Mühlenberg ist eine Aufnahme von der Pontstraße Ecke Augustinerbach veröffentlicht. Das Foto wurde während des Kaiserbesuchs am 19. Juni 1902 gemacht. 
Hinten um die Ecke ist rechts das noch immer bestehende Gebäude des heutigen Weinhaus Lesmeister zu erkennen.

Ich habe noch zwei weitere phantastische Aufnahmen aus dieser Zeit des Kaiserbesuchs, wo leider die Urheber-, Eigentümer- und somit auch die Veröffentlichungsrechte nicht eindeutig geklärt sind.

Diese Photos sind im Besitz von Frau Niessen und könnten Ihr von dem Herrn Peter Stressig überreicht worden sein, der bis vor einigen Jahren gemeinsam mit unserem verehrten früheren Oberbürgermeister Herrn Kurt Malangré in der Pontstraße ein Antiquitätengeschäft mit antiquarischen Schätzen betrieben hatte.

Heute habe ich mit dem Herrn Peter Stressig telefoniert. Er kennt die Frau E. Niessen auch sehr gut.

Ein leider nur kurzes aber dafür sehr freundliches Gespräch, in dem er mir erklärte, daß die erste Aufnahme zur Zeit des Kaiserbesuchs in Aachen im Jahre 1902 vermutlich aus einer alten Aachener Photosammlung stammt und die Urheber- bzw. Copyright-Rechte nach annähernd einhundert Jahren gemäß der Regelschutzfrist abgelaufen sind.

Gleiches gilt auch für die zweite Aufnahme, die noch früheren Datums sein muß.

Daher freue ich mich, diese beiden sehr seltenen und vermutlich noch nirgendwo veröffentlichten Aufnahmen nun zeigen zu dürfen und bedanke mich bei dem Herrn Stressig für seine freundlichen und erhellenden Worte.

Wir sehen den Kreuzungsbereich von links kommend die Straße Augustinerbach nach rechts gehend die Straße Neupforte. 

Der Deutsche Kaiser ist zu Besuch am 19. Juni 1902 in Aachen. Die Aachener Innenstadt ist allerorten festlich geschmückt.



Der Photograph steht in der Pontstraße und hat das Aachener Rathaus im Rücken.

Er knipst in Richtung des heutigen Weinhaus Lesmeister
In diesem Haus wurde 1928 von Gottfried Lesmeister im Parterre das Geschäft "Tabakwaren & Zigarren Lesmeister" gegründet. Näheres zur Geschichte dieses in fünfter Generation betriebenen Geschäfts ist in der Historie auf der Webseite zu entnehmen.


An dieser Ecke befinden sich heute das Sportgeschäft Pulsschlag (da, wo das Eckhaus mit dem Türmchen zu sehen ist), links daneben der heutige Terrassenbereich des Café Kittel, das Café Barbarella an der rechten Ecke zur Neupforte. Auf der linken Straßenseite gibt es heute einige Restaurants oder Eisläden.

Auf der rechten Straßenseite, da wo die Säule mit der Kaiserfahne oben drauf steht, befand sich bis April 2013 das wunderschöne antiquare Raritätenkabinett des oben genannten Herrn Peter Stressig und unseres früheren Oberbürgermeisters Kurt Malangré.

Heute werden dort Fahrräder verkauft.

Dieser Bereich wurde früher noch mitunter Beginenwinkel genannt. So nannte man eine abgehende Gasse in der Pontstraße, in der im 14. Jahrhundert die Beginen wohnten. (Quelle: packbierpeter)

Die Beginen lebten eine besondere religiöse Lebensform. (Quelle: hier)

Mehr über die Beginen und Begarden sind dem Link zu entnehmen.
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Das zweite Photo zeigt die selbe Ecke. Allerdings ist der Zeitpunkt der Aufnahme nicht oder nur schwer zu ermitteln. Es muß jedoch deutlich vor dem I. Weltkrieg (1914 bis 1918) sein und somit auch vor dem Kaiserbesuch im Jahre 1902.


Das Türmchen an dem Eckhaus mit der Nummer 31 fehlt (noch). Ein Geschäft für ´Fertige Betten & Bettflocken´ befindet sich in dem Gebäude. Der Inhaber heißt Anton Hahn.

Links daneben in dem Haus mit der Nummer 29 ist ein Geschäft für den "An- und Verkauf von alten und neuen Möbeln, Kleider und Schuhen". Der Inhaber heißt Leonard Piefer. Aus einem Fenster im ersten Stock schaut eine Frau hinaus.

Noch eine Stück links befindet sich in dem Gebäude mit der Nummer 27 die Kaffee-Handlung von M. Gerards. Auf dem Trottoir steht ein Mann mit einem weißen Kittel, der anscheinend eine Pfeife raucht. Auf der Fahrbahn rechts neben dem Handkarren stehen ein Mann und eine Frau. Beide sind schwarz gekleidet.

Und wieder ein Stück weiter links steht das vorgesetzte Haus mit der Nummer 25. 

Hier konnten sich die Herren bei einem Coiffeur mit dem Vornamen ´Franz` (der Nachname ist nicht sicher zu entziffern) das Haupt verschönern lassen. Das Geschäft nannte sich auch ´Salon zum Rasiren - Frisiren und Haarschneiden´.

Heute ist etwa hier der Außenbereich des Café Kittel.

Das Gebäude mit dem stufenförmigen Dachgiebel oben links könnte das noch heute stehende Haus Augustinerbach 2A sein, wo sich früher ein Geschäft für ´Porzellan, Steingut, Glas- u. Emaillewaren´ befand.


Rechts um die Ecke vom Bettengeschäft konnte man in der Pontstraße (das Straßenschild ist zu erkennen) ´Zuckerwaren und Beste Aachener Printen´ kaufen.
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So, liebe Freunde und Freundinnen der Aachener Geschichten. In diesem Artikel stecken 8 Stunden Arbeit drin. Ich hoffe, Ihr habt ein bißchen Spaß damit.

Beim nächsten mal geht es weiter mit der Zeit um das Ende des II. Weltkrieges und dem Wiederaufbau nach 1945.

Tschö wa und Adieda 
 

Samstag, 5. November 2016

Café & Konditorei Niessen | Aachen 1891 bis 1995 | 1. Teil

Im Jahre 1891 gründete Julius Niessen senior und seine Familie das Café und die Conditorei Niessen in der Aachener Pontstraße 70 gegenüber der Theresienskirche.



Im Jahre 1995 - nach 104 Jahren - ist dieses bei den Aachenern sehr beliebte Café geschlossen worden.

Die Geschichte zu den abwechslungsreichen und spannenden aber auch von Schicksalsschlägen geprägten Jahren des Geschäftes, hat mir Frau Erika Nießen - die Gattin des letzten Inhabers und im September 2015 verstorbenen Julius Nießen - im Sommer 2016 erzählt und mir hierfür Ihre Photoalben zur Veröffentlichung überlassen.

Meinen herzlichen Dank möchte ich Ihr dafür aussprechen und ja! - der Name der Familie wurde im Laufe der Jahrzehnte immer wieder mal mit "ß" oder mit "ss" geschrieben, genauso wie das Wort Konditorei zu jener Zeit noch mit "C" geschrieben worden ward.

Hier noch mal das Bild vom obigen Deckblatt in groß, aus dem Jahre 1980.

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Das ist der Gründer des Cafés und der Conditorei Julius Niessen mit seiner Familie im Jahre 1891 oder 1892.


Dieses Bild ist zur Eröffnung des Cafés auf dem hinteren Hofgrundstück des Hauses Pontstraße 70 aufgenommen worden.

Und noch eine Aufnahme aus dieser Zeit um 1891/´92 mit weiteren Angehörigen der Familie, welches ebenfalls auf dem Hinterhof des Hauses Pontstraße 70 aufgenommen worden ward.


Zu jener Zeit regierte in Deutschland Kaiser Wilhelm II als letzter Deutscher Kaiser und König von Preußen, der noch im Juni 1902 die Kaiserstadt Aachen besucht hatte.

In der Sammlung von Jorg Mühlenberg ist eine Aufnahme von der Pontstraße Ecke Augustinerbach veröffentlicht. Das Foto wurde während des Kaiserbesuchs am 19. Juni 1902 gemacht. 
Hinten um die Ecke ist rechts das noch immer bestehende Gebäude des heutigen Weinhaus Lesmeister zu erkennen.

Ich habe noch zwei weitere phantastische Aufnahmen aus dieser Zeit des Kaiserbesuchs, wo leider die Urheber-, Eigentümer- und somit auch die Veröffentlichungsrechte nicht eindeutig geklärt sind.

Diese Photos sind im Besitz von Frau Niessen und könnten Ihr von dem Herrn Peter Stressig überreicht worden sein, der bis vor einigen Jahren gemeinsam mit unserem verehrten früheren Oberbürgermeister Herrn Kurt Malangré in der Pontstraße ein Antiquitätengeschäft mit antiquarischen Schätzen betrieben hatte.

Da laß ich einstweilen mal die Finger von, bleibe aber am Ball, zumal ich zu beiden einen losen Kontakt habe ...
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Hier nun die ersten Außen- und Innenaufnahmen des Cafés aus dem Jahr 1913.

 
Ein wunderschöner und einladender Eingangsbereich mit verzierten Türen sowie Figuren über dem Schaufenster, die den Balkon zu "tragen" scheinen. Alte Lampen, die die Auslagen beleuchten. Man erkennt Kuchen, Kekse, Schachteln mit Printen und Pralinen und auch Gläser, die mit Bonbons gefüllt sind.

Im Innenbereich sah es damals im Jahre 1913 so aus:


Schwere hölzerne Verkaufstheken mit Glaskästen drauf, in denen die Waren hübsch dekoriert feil geboten wurden, gut gefüllte Bonbongläser, Schalen und Platten mit Kuchen und Keksen, ein adrettes Blumenarrangement sind zu sehen.

Gesessen wurde an den damals typischen Caféhaustischen auf Stühlen, für die man heute auf Flohmärkten ordentlich was hinlegen muß ... 
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Es gab Werbezettel, die man heute Flyer nennen würde:

Julius Nießen | Conditorei und Printenversand


 Echte Aachener Printen zur Weihnachtszeit


Eine Bestellkarte für Printen aus der Conditorei und dem Café Nießen vom Reichsverband selbständiger Konditoreien.

 
Bestellkarte für Printen. Bezahlt wurde mit Reichsmark.

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Die Beleuchtung in jenen Jahren kam von der Gas-Erleuchtungs-Anstalt.

1838 -  Die Gas-Erleuchtungsanstalt, von der englischen Imperial Continental Gas-Association (London) gegründet, errichtet das erste Gaswerk der Stadt und beginnt mit der Beleuchtung der Straßen. Quelle: Historie der STAWAG
 1912 - Nachdem die Stadt das Gaswerk von der englischen Gesellschaft übernommen hat, werden Strom-, Gas- und Wasserversorgung einer gemeinsamen Verwaltung unterstellt und firmieren als Gas-, Elektrizitäts- und Wasserwerke der Stadt Aachen. Historie der STAWAG




Für den ersten Teil der Serie zu diesem Café soll es heute reichen.

Aus den Jahren des I. Weltkrieges 1914 bis 1918 gibt es nichts zu berichten.

Im nächsten Teil geht es dann ab dem Jahr 1921 weiter. Zu jener Zeit hat der im September 1893 geborene Mathias Nießen die Meisterprüfung als Konditor vor der Handwerkskammer Stuttgart bestanden und ist in die Fußstapfen seines Vaters Julius Niessen dem Älterem getreten.

Vielen Dank für das Interesse und bis die Tage